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Jul 15, 2015

First Job: Fuss fassen in der Consulting-Branche


Consulting resp. das Berufsbild des Consultant ist sehr breit gefächert, je nach Unternehmen und Bereich unterscheidet sich das Stellenprofil. Ob ich als Inhouse-Consultant oder extern Kunden berate, ob ich Strategien entwickle oder CRM-Prozesse analysiere, IT-Konzepte entwickle, HR-Projekte unterstütze oder als Wirtschaftsprüfer unterwegs bin, es kann ganz unterschiedliches Fachwissen gefragt sein. Allen Bereichen gemeinsam ist, dass die Kandidaten, die ins Consulting einsteigen wollen, nebst dem Fach- oder Branchenwissen auch gute Kommunikationsfähigkeiten mitbringen müssen, denn schliesslich gilt es, den Kunden gut und effizient zu bedienen, wofür das eigene Auftreten und der Umgang mit dem Kunden matchentscheidend sein können.

Für Universitäts- und Fachhochschulabsolventen gibt es sehr viele Einstiegsmöglichkeiten im Consultingbereich, man kann hier von einer Branche sprechen, die wohl mit am besten organisiert und strukturiert ist, was die Einstiegsprogramme anbelangt – nichtsdestoweniger braucht es eine gute und seriöse Vorbereitung bei der Bewerbung, erst recht, wenn man/frau bei den grossen Playern einsteigen will, da sich dort auch viel Konkurrenz bewirbt.

Bisherige Erfahrungen im Ausland sind wichtig und von Vorteil, wenn man in einer grossen internationalen Beratungsfirma arbeiten will, spezifische Branchenkenntnisse aus bisherigen Praktika sowie fundierte Englischkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen sind mittlerweile überall ein Must. Eine Besonderheit der Consultingbranche sind die Case Studies und Brainteasertests, die es nach erfolgreicher Bewerbung vor oder als Teil eines Interviews zu bestehen gilt – hier kann man sich entsprechend vorbereiten. Die meisten Career Services Center bieten einschlägige Workshops für ihre Studenten an, es lohnt sich da nachzufragen. Ein Einstieg ins Consulting ist auf jeden Fall immer lohnenswert. Wer später feststellt, dass er lieber als eigener Unternehmer unterwegs sein möchte, von der Wirtschaftsprüfung in eine CEO-Position wechseln möchte oder vom externen zum internen Berater, dem stehen alle Türen und Tore offen und er wird einen vollen Rucksack an Erfahrung und Know-how mitnehmen – doch Vorsicht, wer bereits bei der Bewerbung durchblicken lässt, dass er den zukünftigen Job nur als Sprungbrett benutzen will und nicht aufrichtig am Consulting interessiert ist, wird es schwer haben angenommen zu werden. In der Consulting-Branche gibt es genug authentische Bewerber. Für alle, die ihre Berufung im Beraten finden, eröffnen sich tolle Karrierechancen innerhalb der Unternehmung. Es gibt wohl keine Branche, deren Aufstiegswege so klar strukturiert sind, dass man schon beim Einstieg weiss, welche Leistungen und Erfolge man bringen muss, um die Karriereleiter hochzuklettern.

Vom Analyst über den Junior Consultant, Senior Consultant und schliesslich Partner gibt es je nach Unternehmen verschiedene Bezeichnungen. Klar ist jedoch, mit jedem Schritt wird die Mandats-, Budget- und Akquisitionsverantwortung umfangreicher. Gleichzeitig übernimmt man grössere Teams und ist auch als Führungsperson gefordert, während man sich zum Teil auch in internen Projekten der Weiterentwicklung der Gesamtfirma widmet. Ein herausfordernder, aber damit auch sehr abwechslungsreicher und spannender Berufsalltag ist für den Consultant „normal“. Somit auch, dass Consulting kein 9to5-Job mit regelmässigen Arbeitszeiten ist. Denn diese werden oft vom Kunden und dem Projekt getaktet.

Absolventen aus der betriebswirtschaftlichen Liga scheinen oft prädestiniert fürs Consulting zu sein. Die heutigen Beratungsfirmen setzen aber auf Diversität und rekrutieren motivierte und engagierte Hochschulabsolventen unterschiedlicher Studienrichtungen. Somit haben auch Naturwissenschafter und Ingenieure hier gute Chancen, solange sie überzeugend darlegen können, weshalb sie sich gerade für das Consulting interessieren und auch, weshalb sie dieses Unternehmen gewählt haben. Die meisten Studieren den interessieren sich in erster Linie nur für McKinsey, BCG, ev. Roland Berger in der Annahme, nur bei diesen international tätig sein zu können, was so nicht stimmt. Oft kann man auch bei kleineren Beratungsfirmen international interessante Mandate betreuen und dies sogar noch schneller und umfassender als bei den „Grossen“ – wohin ich mit meiner Persönlichkeit passe, lässt sich am besten in einem Standortfindungsgespräch beim Karriereberater klären. Für alle gilt: Eine copy-paste-Bewerbung an alle Consultingfirmen zu versenden, wird keinen Erfolg bringen. Sich bewusst und individuell für die einzelnen Angebote zu bewerben, schon eher. Auch hier verweise ich zur Unterstützung an die professionellen Berater der Career Services Center, die ihren Studierenden jeglichen Support bieten, um eine ihnen entsprechende Einstiegsstelle zu finden und sich dann mittels professionellen Unterlagen richtig zu bewerben oder sich auf das Interview vorzubereiten. Die meisten Angebote sind kostenlos und sollten unbedingt genutzt werden.

Weitere  Infos:
www.unisg.ch (UNI ST. GALLEN)
www.hsgcareer.ch (HSG Student Career Services)

Text & Foto : Brigitte Läderach*
*Brigitte Läderach, Head Student Career Services Center der Universität St. Gallen (HSG), ist selber seit 15 Jahren in der Unternehmensberatung tätig, darunter auch bei den Big 4.